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Vergabe von Liefer- und Dienstleistungen unter dem Schwellenwert nach der UVgO (Abschaffung der VOL/A)

Als Inhouse-Schulung verfügbar: 
Ja
Zielgruppe: 
Mitarbeiter der öffentlichen Hand sowie öffentlicher Unternehmen (Submissions-, Vergabestellen); Mitarbeiter privater Unternehmen, welche sich an Vergabeverfahren beteiligen möchten.
Beschreibung: 

Seminarorte und Termine:

Berlin am 08.12.2017
München am 30.01.2018
Düsseldorf am 19.03.2018

Beschreibung der Schulung:

"Vergabe von Liefer- und Dienstleistungen unter dem Schwellenwert nach der UVgO (Abschaffung der VOL/A)"

Die finale Fassung der Unterschwellenvergabeordnung (UVgO) ist am 07.02.2017 nebst Erläuterung  im Bundesanzeiger veröffentlicht worden.
Gemäß dem Bundesministerium für Wirtschaft und Energie sollen diese neue Regelungen für die Vergabe öffentlicher Liefer- und Dienstleistungsaufträge unterhalb der EU-Schwellenwerte durch Bund und Länder in Kraft gesetzt und die VOL/A damit aufgehoben werden.

Mit Wirkung zum 2. September 2017 wurden die Bundesbehörden durch das BFM-Rundschreiben vom 01.09.2017 verpflichtet die neue Unterschwellenvergabeverordnung (UVgO) für die Vergabe von Liefer- und Dienstleistungen anzuwenden. Der bisherige Anwendungsbereich des 1. Abschnittes der VOL/A entfällt somit für diese Vergaben.
 
Wesentliche Neuerungen:
―    Leistungen bis zu  einem  voraussichtlichen  Auftragswert von 1.000  Euro  (ohne  USt.) können mittels Direktkauf beschafft werden (§ 14 UVgO)
―    freie Wahl der Verfahrensart zwischen Öffentlicher Ausschreibung und Beschränkter Ausschreibung mit Teilnahmewettbewerb
―    Verhandlungsvergabe ohne Teilnahmewettbewerb im Unterschwellenbereich:
        Hier darf der Auftraggeber unmittelbar Verhandlungen beginnen, auch wenn er keine Erstangebote eingefordert hat.

Auftraggeber haben weiterhin das Wahlrecht zwischen einer reinen Preisausschreibung und einer Vergabe nach benannten Zuschlagskriterien.
Im Rahmen dieses Seminars bzw. der Inhouse-Schulung zeigen wir die praktische Umsetzung dieser Aspekte auf sowie grundsätzlich die Vergabe von Liefer- und Dienstleistungen nach der UVgO.

Dabei ergeben sich viele Fragen und Problematiken, die es zu klären bzw. zu lösen gibt:
•    Wie erfolgt die öffentliche Ausschreibung, die beschränkte Ausschreibung oder Verhandlungs-vergabe mit/ohne Teilnahmewettbewerb nach der UVgO?
•    Verhandlungsvergabe (ehemals freihändigen Vergabe):
•    Wann liegt der Ausnahmetatbestand vor, wonach es nur der Einholung von drei Angeboten bedarf und ein Teilnahmewettbewerb nicht erforderlich ist?
•    Wie werden Bewertungsmatrizen bzgl. des Teilnahmewettbewerbs und der Angebotsphase vergabekonform erstellt?
•    Welche Eignungs- und Zuschlagskriterien sollen aufgestellt und wie gewertet werden?
•    Wie kann dem Schutz mittelständischer Interessen hinreichend entsprochen werden – wann müssen Lose gebildet werden?
•    Wie erfolgt die Angebotswertung nach den neuen Regelungen?
•    Wie wird mit Nachunternehmern und der Eignungsleihe umgegangen?
•    Wie wird mit der Verpflichtung zur eVergabe umgegangen?

Das Seminar gibt hierauf Antworten und zeigt zugleich auf, was es für den Auftraggeber noch zu beachten gilt, um Liefer- und Dienstleistungen rechtssicher und erfolgreich nach der UVgO zu vergeben.
Unter Zugrundelegung des Ablaufes eines Verhandlungsverfahrens werden anhand von Fallbeispielen klassische Problemfelder und Fehler im Umgang mit der UVgO  praxisgerecht aufbereitet, thematisiert und diskutiert.

Inhalt:
1.    Einführung zu den Neuheiten der UVgO

•    Abgrenzung des Anwendungsbereichs der VgV zur UVgO;
•    Ermittlung des Auftragswertes nach der VgV und der UVgO unter Beachtung der Rechtsprechung.
•    Die Abschaffung der freiberuflichen Vergabe und Einführung der Verhandlungsvergabe mit oder ohne Teilnahmewettbewerb nach der UVgO.
•    Die Einführung der sozialen und anderen besonderen Dienstleistungen und damit verbundenen Verfahrenserleichterungen.
•    Grundsatz der elektronischen Kommunikation wird künftig ab dem 01.01.2020 im Unterschwellenbereich gelten (§ 38 Abs. 3 der UVgO) und die ausschließliche elektronische Form und Übermittlung von Teilnahmeanträgen und Angeboten verbindlich eingeführt und vorgegeben; ab dem 01.01.2019 muss die elektronische Form und Übermittlung von Teilnahmeanträgen und Angeboten praktiziert werden. Bereits jetzt gilt nach § 29 der UVgO, dass Vergabeunterlagen unentgeltlich, uneingeschränkt, vollständig und direkt elektronisch zur Verfügung gestellt werden müssen.
•    Die Ausnahmen zu möglichen Vertragsverlängerungen (Auftragsänderung) werden in den Unterschwellenbereich übernommen (§ 47 der UVgO).
•    Einführung Dynamisches Beschaffungssystem, elektronischer Kataloge und elektronischer Auktion.
•    Neue Regelungen betreffend der Nachunternehmer und der Eignungsleihe.
•    Ausschlussprüfungen haben nach den EU-Regelungen §§ 123 bis 125 GWB zu erfolgen. Zudem werden formelle zwingende Ausschlussgründe eingeführt.
•    Ein umfassendes Nachforderungsrecht bzgl. von Erklärungen zu Eignungs- und leistungsbezogenen Angaben wird eingeführt (§ 41 UVgO). Es wird ein Nachforderungsverbot bei leistungsrelevanten Erklärungen, die wertungsrelevant sind, eingeführt.
•    Die Durchbrechung der Abgrenzung der Eignungs- und der Zuschlagskriterien erfolgt, wenn die Organisation, Qualifikation und Erfahrung des mit der Ausführung des Auftrags betrauten Personals erheblichen Einfluss auf das Niveau der Auftragsausführung haben kann.
 

2.    Die Vorbereitung des Vergabeverfahrens nach der UVgO
•    Grundsatz der losweisen Vergabe;
•    Wahl der richtigen Verfahrensart;
•    Festlegung von Eignungskriterien;
•    Festlegung von Zuschlagskriterien und ihrer Gewichtung;
•    Vergabebekanntmachung.
 

3.    Der Teilnahmewettbewerb  nach UVgO
•    Erstellung der Vergabeunterlagen für den Teilnahmewettbewerb;
•    Formale Prüfung der Teilnahmeanträge (insb. Umgang mit unvollständigen Teilnahmeanträgen);
•    Erstellung einer Eignungsmatrix und Durchführung der Eignungsprüfung (u. a. Referenzen, Erfahrungen des AG);
•    Reduzierung des Bewerberkreises;
•    Mitteilungspflichten.
 

4.    Die Leistungsbeschreibung nach der UVgO
•    Eindeutige und erschöpfende Beschreibung der Leistung;
•    Technische Spezifikationen;
•    Grundsatz der Produktneutralität;
•    Besondere und Zusätzliche Vertragsbedingungen;
•    Die Ausgestaltung eines Rahmenvertrages.
 

5.    Die Verhandlungsvergabe nach der UVgO mit oder ohne Teilnahmewettbewerb nach der UVgO / Angebotswertung
•    Erstellung der Vergabeunterlagen für die Angebotsphase und Ausgestaltung des Verhandlungsverfahrens;
•    Festlegung des Verhandlungsgegenstandes; Festlegung der Verhandlungsrunden;
•    Auftragserteilung ohne Verhandlungen;
•    Führung der Verhandlungsgespräche;
•    Bewertung der Angebote;
•    Formale und inhaltliche Prüfung der Angebote; Angemessenheits- und Wirtschaftlichkeitsbewertung;
•    Erstellung einer Bewertungsmatrix und Ermittlung des wirtschaftlichsten Angebots.
 

6.    Die Zuschlagserteilung nach der UVgO
•    Ablauf der Angebotsbindefrist und die Folgen;
•    Änderungen im Auftragsschreiben.
 

7.    Vergabe von Planungsdienstleistungen (nach UVgO und VgV)
•    Anwendbarkeit der UVgO und Ausnahmen;
•    Kostenschätzung;
•    Gestaltung der Teilnahme- und Angebotsphase;
•    Erstellung von Bewertungsmatrizen;
•    Dokumentation;
•    Auswertung;
•    Fördermittelbezug.

Teilnahmegebühren:
Der Teilnahmebetrag für das Seminar „Vergabe von Liefer- und Dienstleistungen unter dem Schwellenwert nach der Unterschwellenvergabeordnung - UVgO (Abschaffung der VOL/A)“ beträgt inklusive Tagungsunterlagen, Verpflegung während der Tagung und Pausengetränken € 300,- zzgl. 19% USt. pro Person.

Dauer der Veranstaltung von 09.30 bis 16.30 Uhr (inkl. 1 Stunde Mittagspause).

 

Seminarthema: 
Unterschwellenvergabeordnung - UVgO

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